Idee

Die Idee zur Entwicklung einer Alternative zur Standard-Immunsuppression entstand aus dem Wunsch, Patienten nach Transplantation und mit Autoimmunerkrankungen nicht mehr durch eine breite ungezielte Schwächung ihrer körpereigenen Abwehrkräfte zu behandeln, sondern gezielt das zugrunde liegende Problem zu beheben.
Die herkömmliche medikamentöse Immunsuppression geht leider mit einer Vielzahl an schädlichen Nebenwirkungen einher.

 

 

Grundlagen des TolerogenixX-Verfahren

Problem
Bei Transplantationen wie auch bei Autoimmunerkrankungen erkennt das Immunsystem im Köper befindliches Gewebe als fremd und reagiert dagegen.
Die heutige Antwort der Medizin lautet Standard-Immunsuppression.Diese medikamentöse Behandlung muss lebenslang durchgeführt werden und besitzt erhebliche Nachteile, wie erhöhtes Infekt und Tumorrisiko sowie hohe Kosten.

Lösungsansatz
Gegenstand des TolerogenixX-Verfahrens ist die spezifische Unterdrückung der Immunreaktion im Sinne einer individualisierten (maßgeschneiderten) Immunsuppression.Alleinstellungsmerkmal gegenüber der Standardtherapie ist die bessere Wirksamkeit, die Vermeidung nachteiliger Nebenwirkungen der generellen Immunsuppression und der entscheidende Kostenvorteil.

Technologie
Das TolerogenixX-Verfahren erzielt über die patentierte Behandlung von weißen Blutkörperchen eine für den einzelnen Patienten maßgeschneiderte Immunmodulation.

 

 

Stärken des TolerogenixX Verfahrens

Maßgeschneiderte Therapie

  • Effektive, spezifische und nebenwirkungsfreie Therapie.
  • Durch Therapiekit einfach, schnell (4-6 h) und weltweit verfügbar.
  • Breit einsetzbar (bei Transplantationen und bei einer Vielzahl von Autoimmunerkrankungen).
  • Kann prophylaktisch und therapeutisch genutzt werden.
  • Deutliche Reduktion der Behandlungskosten.

 

 

Anwendungsprinzip bei Transplantation

Vor Transplantation werden die Blutzellen des Organspenders mit Mitomycin C behandelt und die veränderten Zellen dem Empfänger infundiert.

Anwendungsprinzip bei Autoimmunerkrankungen

Beii Autoimmunerkrankungen werden die Blutzellen der Betroffenen mit Mitomycin C behandelt und danach werden die veränderten Zellen diesen wieder infundiert

TOL-1 Studie

Im Rahmen einer klinischen Phase-I Prüfstudie werden Mitomycin C-behandelte mononukleäre Zellen des peripheren Blutes (MICs) zur Generierung einer individualisierten Immunsuppression unter GMP-Bedingungen hergestellt.
Das Prüfpräparat besteht aus Mitomycin C-behandelten mononukleären Zellen des peripheren Blutes (MICs), die zuvor durch Leukapherese vom Spender gewonnenen wurden.
Es handelt sich hierbei um ein somatisches Zelltherapeutikum / Advanced Medicinal Therapy Product (ATMP). Der Wirkmechanismus beruht auf einer Veränderung der mononukleären Zellen des peripheren Blutes (PBMCs) durch die Behandlung mit Mitomycin C, so dass eine individualisierte Immunabwehr erzeugt wird.
Mitomycin C blockiert aufgrund einer Interaktion mit der DNA und Proteinsynthese die Differenzierung von myeloiden Zellen zu dendritischen Zellen und verwandelt damit die aktivierenden Eigenschaften dieses Zelltyps in suppressive Eigenschaften.
Übertragen auf das Modell der Lebendnierentransplantation bedeutet dies, dass dem Spender des Nierentransplantats vor dem Eingriff PBMCs mittels Leukapherese entnommen werden.
Die PBMCs werden anschließend mit Mitomycin C behandelt und nach Auswaschen von Mitomycin C dem Nierentransplantat-Empfänger verabreicht. Die Immunabwehr des Empfängers erkennt dadurch Spender-Gewebeeigenschaften nicht mehr als fremd.
Transplantiert man im Anschluss eine Niere von dem gleichen Spender, so wird diese nicht abgestoßen. Es kommt zu einer effektiven - ganz spezifisch auf das Spendergewebe abgestimmten - Immunsuppression, ohne Erzeugung der bislang üblichen generellen Immunsuppression und der damit verbundenen Nebenwirkungen.
April 2017: TolerogenixX schließt erfolgreich die Phase I-Studie bei Lebendnierentransplantation ab.

 

Studienplanung

Aktuell plant TolerogenixX eine multizentrische Phase II-Studie bei Ledendnierentransplantation.

 

 

Meilensteine bis zum Markteintritt

 

Literatur

12.02.2017

Langenbecks Arch Surg. 2015 Jul;400(5):541-50Cell therapy for immunosuppression after kidney transplantation.Morath C, et al. 

Clin Sci (Lond). 2015 May;128(9):593-607Generation of suppressive blood cells for control of allograft rejection.Kleist C, et al. 

Proc Natl Acad Sci U S A. 2008 Nov 25;105(47):18442-7.Mitomycin C-treated dendritic cells inactivate autoreactive T cells: toward the development of a tolerogenic vaccine in autoimmune diseases.Terness P, et al. 

Transplantation. 2007 Feb 15;83(3):347-50.Inhibition of heart allograft rejection with mitomycin C-treated donor dendritic cells.Terness P, et al.