Technologie

Idee

Die Idee zur Entwicklung einer Alternative zur Standard-Immunsuppression entstand aus dem Wunsch, Patienten nach Transplantation und mit Autoimmunerkrankungen nicht mehr durch eine breite ungezielte Schwächung ihrer körpereigenen Abwehrkräfte zu behandeln, sondern gezielt das zugrunde liegende Problem zu beheben.

Die herkömmliche medikamentöse Immunsuppression geht leider mit einer Vielzahl an schädlichen Nebenwirkungen einher.




Grundlagen des TolerogenixX Verfahren

Problem

Bei Transplantationen wie auch bei Autoimmunerkrankungen erkennt das Immunsystem im Köper befindliches Gewebe als fremd und reagiert dagegen.

Die heutige Antwort der Medizin lautet Standard-Immunsuppression.Diese medikamentöse Behandlung muss lebenslang durchgeführt werden und besitzt erhebliche Nachteile, wie erhöhtes Infekt und Tumorrisiko sowie hohe Kosten.




Die Lösung des Problems

Gegenstand des TolerogenixX-Verfahrens ist die spezifische Unterdrückung der Immunreaktion im Sinne einer individualisierten (maßgeschneiderten) Immunsuppression.

Das Alleinstellungsmerkmal gegenüber der Standardtherapie ist die bessere Wirksamkeit, die Vermeidung nachteiliger Nebenwirkungen der generellen Immunsuppression und der entscheidende Kostenvorteil.

Technologie

Das TolerogenixX-Verfahren erzielt über die patentierte Behandlung von weißen Blutkörperchen eine für den einzelnen Patienten maßgeschneiderte Immunmodulation.




Stärken des TolerogenixX Verfahren

Maßgeschneiderte Therapie

  • Maßgeschneiderte Therapie 
  • Gezielte und effektive Therapie ohne Nebenwirkungen
  • Der einfachste weg zur individualisierten Zelltherapie (ATMP, Advanced Therapy Medicinal Product)
  • Plattformtechnologie, breit einsetzbar bei Transplantationen und Autoimmunerkrankungen
  • Neue Wirkungsweise, die wichtigsten tonerogenen Zellen des Immunsystems können direkt beim Patienten induziert werden
  • Unerwünschte Reaktionen des Immunsystems (Abstoßung, Autoimmunreaktionen etc.) können gezielt abgeschaltet werden, während die gewünschten Reaktionen (Abwehr von Krankheitserregern, Tumorzellen etc.) nicht beeinträchtigt werden
  • Bereits erfolgreich getestet in einer klinischen Phase - (TOL-1) Studie



Anwendungsprinzip bei Transplantation

Vor Transplantation werden die Blutzellen des Organspenders mit Mitomycin C behandelt und die veränderten Zellen dem Empfänger infundiert.




Anwendungsprinzip bei Autoimmunerkrankungen

Bei Autoimmunerkrankungen werden die Blutzellen der Betroffenen mit Mitomycin C behandelt und danach werden die veränderten Zellen diesen wieder infundiert.




Das besondere Merkmal der TolerogenixX-Technologie ist die sichere und zuverlässige Unterdrückung einer (unerwünschten) Immunantwort gegen ein Spenderorgan (Transplantation) oder Selbstantigene (Autoimmunerkrankungen) ohne Unterdrückung von (gewünschten) Immunantworten gegen Fremdantigene wie Bakterien, Viren, Tumorzellen, etc..    

Diese maßgeschneiderte immunsuppressive Therapie wird durch die Produktion von tolerogenen MIC-Zellen durch Inkubation von spezifischen weißen Blutkörperchen ("PBMCs") mit der antiproliferativen Substanz Mitomycin C (MIC, Mitomycin C induzierte Zellen) erreicht. 

Vertriebsweg

TolerogenixX plant, die MIC-Zellen über 5 Hubs weltweit zu vertreiben. Der erste Hub ist in Heidelberg in Betrieb. Die MIC-Zellen können dann in jedem Krankenhaus der Welt zur Behandlung von Organtransplantaten und verschiedenen Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden.

Markt

Im Gegensatz zur konventionellen Pharmakotherapie bietet das TolerogenixX Verfahren einen neuen Therapieansatz. Bislang gibt es in diesem Bereich nur wenige innovative Wettbewerber. Weltweit werden jährlich etwa 150.000 Patienten transplantiert und Millionen von Menschen leiden an Autoimmunerkrankungen (z.B. 5 Millionen Patienten mit SLE).  

Der potenzielle Markt hat ein Volumen von mindestens 30 Milliarden Euro. Bislang gibt es keine individuelle Therapie für die verschiedenen Indikationen.  

Wettbewerber

Der "Hauptwettbewerber" des TolerogenixX-Verfahrens ist die derzeit verwendete konventionelle Immunsuppression. Die Nachteile dieser Therapie sind eine unzureichende Abstoßungsprophylaxe, insbesondere im Hinblick auf chronische Abstoßungen und vielfältige Nebenwirkungen.    

Ein weiterer Ansatz ist die Kombination einer soliden Organtransplantation mit einer allogenen Stammzelltransplantation, dies erfordert aber eine intensive Konditionierung des Empfängers (inkl. Bestrahlung).    

Obwohl diese Verfahren in einigen Fällen eine spenderspezifische Immunsuppression oder -toleranz erreichen, sind sie mit umfangreichen Nebenwirkungen, erheblichen logistischen Hürden und hohen Kosten verbunden.  




Forschung und Entwicklung

Die Klinische Anwendung

Die klinische Anwendung von Mitomycin C-behandelten mononukleären peripheren Blutzellen (MICs) wurde in einer Phase-I-Studie bei Lebendnierentransplantation untersucht. Die Organempfänger wurden eine Woche vor der geplanten Organtransplantation mit dem TolerogenixX Verfahren behandelt. Die Patienten zeigten keinerlei Nebenwirkungen. Alle Patienten hatten eine ausgezeichnete Transplantationsfunktion. In unserer Kohorte wurden keine Anzeichen einer Organabstoßung gefunden.

TolerogenixX hat die Phase-I-Studie im April 2017 abgeschlossen. Alle Patienten befinden sich noch in der klinischen Nachsorge.    

Dieser wichtige Meilenstein, wurde bereits erreicht:  
Die Phase-I-Studie brachte einen überdurchschnittlichen Erkenntnisgewinn. Neben dem Nachweis der Machbarkeit und Sicherheit wurden bereits klare Ergebnisse zur Wirksamkeit erzielt.  

 

 

Der nächste Meilenstein

Der nächste wichtige Meilenstein ist eine erfolgreiche Phase-II-Studie für die Indikation Nierentransplantation. Eine Behandlung mit TolerogenixX-Verfahren  ist auch für Patienten mit Autoimmunerkrankungen sehr interessant. Diese können erstmals kausal behandelt werden.    

TolerogenixX hat bereits hervorragende präklinische Ergebnisse bei Patienten mit Multipler Sklerose veröffentlicht. Weitere Autoimmunerkrankungen werden derzeit untersucht.